Ein umfassendes Hilfspaket zur Bewältigung der Corona-Krise? 2/3 der Studierenden fallen weiter durch alle Raster!

Pressemitteilung des Bündnisses vom 25.03.2020

Der Bundestag verabschiedete heute ein Hilfspaket zur Bewältigung der Corona-Krise. Das Bündnis „Soforthilfe für Studierende“ mahnt an, dass weiterhin keine finanziellen Hilfen für die große Mehrheit der Studierenden enthalten sind.

„Angesichts der Corona-Krise wird deutlich, dass die Studienfinanzierung in Deutschland nicht krisenfest ist. Nur ein Bruchteil der Studierenden erhält überhaupt BAföG, ein Großteil finanziert sich jedoch selbst oder wird durch Unterhaltsverpflichtete finanziert. [1] Den meisten Studierenden nützt die beschlossene Änderung der Anrechnungsregeln im BAföG also nicht. Die Studierendenvertretungen fordern seit Jahrzehnten eine Ausweitung des BAföG-Berechtigtenkreises, hier und heute hätte exakt dies geschehen müssen.“,

so Katrin Lögering, Koordinatorin des Landes-ASten-Treffens NRW (LAT NRW).

Lasse Emcken von der Konferenz Sächsischer Studierender (KSS) ergänzt:

„Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Einkünfte durch Arbeit in der Krisenbewältigung nicht wie üblich auf das BAföG angerechnet werden. Den vielen Studierenden, die kein BAföG beziehen und die ihren Lebensunterhalt durch Arbeit neben dem Studium bestreiten müssen, ist damit aber leider nicht geholfen. In der aktuellen Lage ist eine Absicherung der finanziellen Situation für Studierende wichtiger denn je. Wir müssen jetzt eben diesen Studierenden helfen, die durch die Pandemie akute Einnahmeausfälle bewältigen müssen und keine anderweitigen Finanzierungsmöglichkeiten haben.“

Zur besonderen Situation ausländischer Studierender erklärt Stephan Buchberger von der Landes-ASten-Konferenz Niedersachsen (LAK Niedersachsen):

„Der Bundesverband ausländischer Studierender hat bereits darauf hingewiesen, dass Studierende, deren Eltern außerhalb Deutschlands wohnen, derzeit nicht mehr durch ihre Familie finanziell unterstützt werden können. In vielen Ländern sind die Auswirkungen der derzeitigen Krise noch dramatischer als in Deutschland. Die Studierenden, die wegen des Wegfalls ihrer Jobs gar kein Geld mehr haben, fallen nun durch alle sozialen Sicherungssysteme in Deutschland. Daher fordern wir gemeinsam mit dem Bundesverband ausländischer Studierender als Bündnis, der finanziellen Ungleichbehandlung von Studierenden unterschiedlicher Herkunft entgegenzuwirken.“ 

„Aktuell wird überdeutlich, dass es eine verzerrte öffentliche Wahrnehmung der studentischen Lebensrealität gibt. Das Studium hängt für viele Studierenden existenziell von den Einkünften aus ihren Nebenjobs ab. Sie wissen gerade nicht, wie und ob sie ab April ihr Studium weiterfinanzieren können. Hier ist dringend ein sofortiger Notfallfond anzulegen, um den aktuellen Wegfall der Studienfinanzierung zu kompensieren. Unsere Forderung deckt sie hierbei mit dem Deutschen Studentenwerk, das ebenfalls schnelle und unbürokratische Hilfe für die Studierenden gefordert hat.“,

erläutert Maximilian Frank von der Landes-ASten-Konferenz Bayern (LAK Bayern).

Das Bündnis „Soforthilfe für Studierende“ besteht parteiübergreifend aus vielen Studierendenvertretungen aus der ganzen Bundesrepublik. Innerhalb von 4 Tagen wurden auf der Petitionsplattform OpenPetition [2] rund 17.500 Unterschriften für eine finanzielle Soforthilfe für betroffene Studierende gesammelt. Bereits 6000 Kommentare zur persönlichen Situation vieler betroffener Studierender machen die Dringlichkeit klar: Der Bund darf die Studierenden nicht erneut vergessen!



 [1] https://www.studentenwerke.de/de/content/corona-pandemie-deutsches-studentenwerk
[2] https://www.openpetition.de/petition/online/soforthilfe-fuer-studierende-jetzt

Kontakte für Rückfragen:

Konferenz Sächsischer Studierendenschaften: 

    Lasse Emken | lasse.emcken@kss-sachsen.de | 0157 88360402 

Landes-ASten-Treffen NRW:

    Katrin Lögering | koordination@latnrw.de | 0151 28799009

Landes-ASten-Konferenz Bayern

Maximilian Frank | sekretariat@lak-bayern.de | 017632823525

LandesAStenKonferenz Niedersachsen:

    Stephan Buchberger | koordination@lak-niedersachsen.de | 0176 70808414

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